10 Unterschiede zwischen Amerika und Deutschland: Lifestyle

So, da sich bei mir Beschwerden häufen, dass die Texte immer kürzer werden, gibts heute mal wieder ein bisschen mehr zu lesen! Ihr glaubt aber gar nicht, wie schnell es einem schwer fallen kann, Deutsch zu schreiben. Ich gebe mir sehr Mühe, lese alles dreimal Korrektur, aber manchmal klingen Sätze einfach irgendwie seltsam…

Ich dachte mir, es wird wieder mal Zeit für ein paar Unterschiede. Wie schon beim letzten Mal, möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass Ihr gerne alles mit Humor nehmen könnt und sollt. Ich meine nicht alles zu ernst, und auf keinen Fall negativ!!!

1). Das Auto

Hier wird wirklich alles (!!!) mit dem (meist überdimensionalen) Auto erledigt, und sei es die noch so kleinste Besorgung. Den Amis kommt es noch nicht einmal in den Sinn, vielleicht einfach zu laufen, oder, ganz mutig, das Fahrrad zu nehmen. Ehrlich gesagt, haben die meisten überhaupt kein Fahrrad. Als ich einmal zu einer Freundin gelaufen bin, haben mindestens 3 Autos angehalten, und gefragt, ob alles in Ordnung wäre.

Zur Verteidigung muss man aber auch sagen, dass die Entfernungen hier doch ziemlich anders sind. 5 Miles bis zum nächsten Supermarkt? No big deal! Alles ist viel weiter auseinander gelegen, und außerdem sind die Gaspreise auch deutlich günstiger als in Deutschland.

2). Öffentlicher Nahverkehr

Bus? Bahn? Fehlanzeige. Als Austauschschüler ist man hier ganz schön aufgeschmissen! Da Teenager hier zum Teil mit 14 ihren Führerschein machen, und jede Familie mindestens 2 Autos hat, braucht es hier keine öffentlichen Verkehrsmittel. Natürlich gibts den berühmten gelben Schulbus, den man hier morgens und mittags wirklich überall sieht, aber das wars dann auch. Als meine Gastschwestern mir stolz berichtet haben, dass sie noch nie in ihrem Leben mit dem Zug gefahren sind, bin ich fast aus allen Wolken gefallen!

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3). We are open on sundays

Eigentlich jedes größere und auch die meisten kleineren Geschäfte sind sonntags geöffnet. Egal ob die Shoppingmall, oder der Supermarkt, man kriegt alles was man will. Schon praktisch! 🙂

4). Church

Zum Sonntag gehört neben offenen Geschäften auch die Kirche. Die meisten aller Familien verbringen den Vormittag dort, und es geht nicht nur um den Gottesdienst, sondern auch darum, Freunde zu treffen. Wie schon erwähnt, gibt es hier nicht nur ‚die Katholiken‘ und ‚die Protestanten‘. Ich blicke ehrlich gesagt immer noch nicht wirklich durch, wie viele verschiedene christliche Gemeinden es hier in unserer Gegend gibt… Ich besuche jedenfalls die Church of Nazarene. Außerem ist es keine Seltenheit, dass der Gottesdienst länger als 1 Stunde in Anspruch nimmt. Mormonen zum Beispiel verbringen gut und gerne mal 5 Stunden in der Kirche!

5). Cash or Credit?

Was für eine Frage! Kaum jemand zahlt hier noch cash, also bar. Jeder noch so mikrige Kiosk hat einen Kartenleser, und man zahlt selbst kleinste Beträge mit Kreditkarte. Außerdem findet man im typischen Portemonnaie ca. 5 Kreditkarten. Hauptsache man verliert nicht den Überblick… Der neueste (wahrscheinlich ist der garnicht so neu hier haha) Trend: Zahlen mit dem Smartphone- Angeblich schon bald Alltag 😮

6). An apple a day keeps the doctor away

Hopefully! Hier wird alles getan, um den Gang zum Doktor zu vermeiden. Gesetzliche Krankenversicherung gibts nicht, und selbst die, die eine Privatversicherung haben, müssen draufzahlen. Falls man in die Notaufnahme kommt, muss man als allererstes mal $500 zahlen. Nur um aufgenommen zu werden! Und eine Erkältung kann dann auch mal schnell den nächsten Sommerurlaub kosten… Also gibts schön Vitamintabletten und vielleicht auch den täglichen Apfel, hauptsache Prävention.

7). bigger is better

Das gilt für ziemlich vieles hier! Vielleicht ist der Grund dafür, dass Familien hier einfach bigger sind. Anders als in Deutschland ist es keine Seltenheit, Eltern mit 4, 5 oder auch mal 6 Kindern zu sehen. Da braucht man dann auch das große Auto und die Riesenverpackungen!

8). Patriotismus

Amerikaner lieben ihr Land. Und das zeigen sie auch! Aber ganz ehrlich: Es fühlt sich gut an- Wie auch schon in meinem Community-Blogbeitrag beschrieben, halten alle zusammen. Und die Menschen wirken glücklich, zufrieden, positiv.

Und ich habe noch nie so viele Flaggen auf einmal gesehen! Von jedem Gebäude weht mindestens eine, in jedem Klassenraum findet man sie, im Vorgarten,… Als ein Austauschschüler alle darauf unterschreiben lassen wollte, gab es einen Riesentumult: Auf keinen Fall wird die amerikanische Flagge mit Namen verunstaltet!!!

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9). Don’t touch me

Eine herzliche Umarmung als Begrüßung mag für uns normal sein, hier ist es fast schon Belästigung! Körperkontakt ist ein sensibles Thema. So herzlich Amerikaner sind, muss man es aber bitte nicht physisch Ausdruck geben. Innerhalb der Familie mag das etwas anderes sein, aber in der Öffentlichkeit sieht man es kaum. Auch Händchen halten oder gar Küssen sieht man selten bis nie. Keine Ahnung, ob das am doch sehr konservativen Idaho liegt, oder ob das auch an anderen Orten Amerikas so ist…

10). Kommunikation

‚See you later!‘ meint auf keinen Fall automatisch, dass man sich später nochmal sieht, genauso wie ein ‚How are you‘ in den meisten Fällen nicht wirklich an deinem Befinden interessiert ist. Man nimmt hier nicht alles so wörtlich, wie man es aus Deutschland gewohnt ist. Amis meinen es einfach nur nett und wollen höflich sein. Das ist auch der Grund für die vielen Komplimente, die man hier hört. ‚Wow! You look pretty today‘ oder ‚I love your dress!“ bekommt man gerne mal gesagt, sei es vom anderen Geschlecht oder einfach auch mal der Supermarktkassiererin. Vielleicht liegts an der positiven Grundeinstellung… Auf jeden Fall ist es ansteckend, und macht umso fröhlicher!

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5 Gedanken zu “10 Unterschiede zwischen Amerika und Deutschland: Lifestyle

  1. Hi Vera, als Bettlektüre hat es gestern nicht mehr geklappt, aber dafür sofort heute früh…ich bin ja ein Fan von Textnachrichten und habe es wieder sehr genossen, in dieser Ausführlichkeit Deine Eindrücke zu teilen- vielen Dank! Toll beschrieben und sehr vergnüglich zu lesen…

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  2. Meine Amerikaurlaube sind ja schon einige Jahre her, aber vieles was du berichtest habe ich genauso in Erinnerung. Die Freundlichkeit hat mich beeindruckt, aber manchmal auch eine gewisse Oberflächlichkeit gezeigt. Denn woher soll ich wissen, ob es eine Floskel oder ernst gemeint ist?
    Dennoch regen all diese Vergleiche die Überlegung an, wie andere uns selbst oder unser Land wahrnehmen und wie einfach wir manchmal etwas verbessern können: z.B. mit einem Lächeln und einem offenen Herz.
    Deine erneuten 10 Unterschiede waren kurzweilig und amüsant wie immer. Das kannst du gerne weiter ausbauen.
    Einfach danke und liebe Grüße!

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    • Hi Birgit,
      na da bin ich aber froh, dass ich nicht die einzige bin! 🙂
      Ja, ich hatte schon die Idee für einen nächsten Beitrag mit „Vorurteilen“ gegenüber Deutschland, die mir hier so begegnen…
      Vielen Dank Dir auch! Liebe Grüße

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  3. Liebe Vera, wie schön, ausführlich von Dir zu lesen. Die Bilder, die wir uns hier in Old Europe von Amerika machen, scheinen zu stimmen. Alles ein wenig größer, mehr, … Ich war einige Tage in Malawi, um UNICEF Projekte zu besuchen und auch dort gab es mit jedem ein kleines Schwätzchen. Völlig ungewohnt für mich als Deutschen. Doch kaum zurück bei der Passkontrolle am Frankfurter Flughafen war er wieder da: der deutsche Muffel. Also: bitte keinen Schock bekommen, wenn hier nur ein „Hmmpf“ vom Gegenüber kommt und vor allem: kein Lächeln!

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